Bergwerksgeschichte Illustration drei | Salzbergwerk Berchtesgaden | © Südwestdeutsche Salzwerke AG, Salzbergwerk Berchtesgaden Bergwerksgeschichte Illustration drei | Salzbergwerk Berchtesgaden | © Südwestdeutsche Salzwerke AG, Salzbergwerk Berchtesgaden
22
Dezember

Seit nunmehr über 500 Jahren gibt es in Berchtesgaden ein Salzbergwerk. Das Salz hat den Menschen, die hier leben Arbeit & Wohlstand über die Jahre gebracht. „Wie wäre es schlecht um uns bestellt, wenn es kein Salz gäbe auf dieser Welt“, lautet ein beliebter Spruch. Aber seit einiger Zeit berichten die Bergmänner von ungewöhnlichen Erlebnissen…

Bereits bei der Einfahrt in den Stollen merken die Männer, dass etwas anders ist als vorher. So, als ob jemand - oder etwas - anwesend ist, das dort vorher nicht war. Seltsame Dinge passieren, Werkzeug ist plötzlich an einem anderen Ort, es ist, als spiele jemand kleine Streiche.

Die Rutschenfalle

Was sollten sie tun, um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen? Eine Lösung musste her! Sollten ein paar Bergleute Nachtwache halten und denjenigen stellen? Peter, der Älteste der Kameraden, hatte die beste Idee: „Lasst uns eine Falle bauen, direkt an der ersten Rutsche. Meine Frau hat heute Lebkuchen gebacken und viel zu viel Honig dafür gekauft. Der wäre optimal für unsere Rutschenfalle. Wir verteilen den Honig auf der Rutsche und am Ende verstreuen wir noch Mehl. So können wir vielleicht Fußspuren entdecken.“ Die Kameraden nickten eifrig und am nächsten Tag wollten sie die Idee in die Tat umsetzten. Sie freuten sich schon auf das Schichtende, um die Rutsche vorzubereiten. Am nächsten Tag, als sie wiederkamen, war auch wirklich etwas in die Falle geraten.

Dort, wo das Mehl war, sah man winzig kleine Fußspuren. Viel zu klein für einen Menschen, aber von wem sollten sie denn sonst sein? Für einen Moment wusste keiner etwas zu sagen. Michael, der Neuling versuchte es als Erstes: "Vielleicht ein Maulwurf." flüsterte er. Die Bergmänner schauten sich verdutzt an und dann konnten sie sich kaum noch halten vor Lachen. "Na klar, ein Maulwurf, der sich kleine Stiefel angezogen hat.“ Sie lachten und lachten bis Peter dem ein Ende machte. "Schluss jetzt Männer." rief er. „Wir sollten einfach im alten Buch nachschauen.“

Das alte Buch lag gut behütet in einer kleinen Holztruhe in eine Nische des Salzbergwerkes. Die Männer nickten anerkennend. Peter hatte doch immer die besten Ideen. Im alten Buch wurde seit Bestehen des Bergwerkes alles aufgeschrieben, was es wert war, aufgeschrieben zu werden. Dort würden sie bestimmt die Antwort finden. Natürlich stand es Peter zu, im alten Buch zu lesen. Und tatsächlich, nachdem er eine Weile in den alten Zeilen gesucht hatte, konnte er erstaunliches berichten: "Männer, das glaubt ihr nicht. Schon seit ewigen Zeiten passieren hier in der Vorweihnachtszeit merkwürdige Dinge."

Der Zauber von Weihnachten 

„Der Grund dafür, nun, das werdet ihr kaum glauben, aber ich lese es euch einfach mal vor: Liebe Bergler, wenn ihr diese Zeilen lest, ist es wohl mal wieder so weit: Im Stollen passieren merkwürdige Dinge in der Vorweihnachtszeit. Lasst euch gesagt sein, wir kennen das. Lange haben wir gebraucht, um den Grund dafür herauszufinden. Es ist folgendermaßen: Wenn die Menschen in der Vorweihnachtszeit nicht genug an den Zauber von Weihnachten glauben, kommen die Weihnachtswichtel zum Einsatz. Überall auf der Welt passieren dann geheimnisvolle Dinge, damit der Glaube der Menschen an den Zauber von Weihnachten wieder wächst. Die Menschen, die dies begreifen, sind angehalten, die Wichtel so gut wie möglich bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Nun ist es an euch, meine Brüder aus dem Salzbergwerk Berchtesgaden. Ihr habt genau bis Heilig Abend Zeit um die Wichtel zu unterstützen. Schafft Ihr es nicht, den Glauben der Menschen an den Zauber von Weihnachten zu stärken, dann ist dieser für allzeit verloren.“

Der Schlüssel zum Weihnachts-Glück

Nachdem Peter fertiggelesen hatte, sah er seine Kollegen an und fragte diese was sie davon hielten. Alle fingen gleichzeitig an zu reden, zuckten mit den Schultern und sahen sich dabei fragend an. Paul, der zwar nicht mehr der Jüngste war, aber immer noch sehr neugierig, schlich sich zum alten Buch, nahm es hoch und als er dabei erwischt wurde, fiel ihm das Buch aus der Hand. Dabei landete irgendetwas geräuschvoll auf dem Boden. Die Bergmänner drehten sich um und fingen automatisch an zu suchen. Nach ein paar Minuten hielt Paul einen funkelnden recht großen Schlüssel in der Hand. Da fiel einem der Bergmänner ein, dass er irgendwann mal in einem stillgelegten Teil des Bergwerks eine Tür mit einem alten Schloss gesehen hatte und führte seine Kollegen dort hin.

Als sie angekommen waren, lauschten alle ganz gespannt, denn hinter der alten Holztüre waren Geräusche zu vernehmen. Peter sperrte die Tür auf und alle wurden geblendet von einem hellen Licht. Hinter der Tür eröffnete sich ein weihnachtlich dekoriertes Sinkwerk, in welchem kleine Weihnachtswichtel eingesperrt waren, weil die Menschen nicht mehr an sie und Weihnachten glaubten. Die Wichtel waren hier unten jedoch nicht verzweifelt, sondern führten die Bergleute durch verschiedene Zeichen her und erhoffen sich von ihnen Hilfe. Nicht durch Geschenke für jeden, sondern durch bunte glitzernde Dekorationen, eine Krippe und viele weihnachtliche Lieder welche die Wichtel im Chor mitsangen. Da sprach einer der kleinen Kreaturen zu den Bergmännern: „Danke, dass ihr unseren Hinweisen gefolgt seid. Wir waren hier eingesperrt, da wir gespürt haben, dass die Menschen da draußen den Glauben an die Weihnacht verloren haben. Nur ihr Bergmänner habt diesen Glauben noch, weshalb es eure Aufgabe ist, Weihnachten wieder unter die Leute zu bringen. Wir helfen euch dabei. Nehmt die ganzen Sachen mit nach oben, schmückt die Straßen, bringt überall Lichter an und singt laut die Weihnachtslieder. Dadurch werden sich die Herzen der Menschen wieder öffnen und das Gefühl der Weihnacht wird sie erreichen.“ Und so machten sich Peter und seine Kollegen auf, schmückten einen Ort nach dem anderen und verbreiteten den Zauber von Weihnachten unter den Menschen.

Diese Geschichte entstand zusammen mit unserer Community im Rahmen eines Facebook-Gewinnspiels. Vielen Dank für die zahlreichen Teilnahmen und eure kreativen Kommentare! Frohe Weihnachten und Glückauf! 

Illlustrationen by Herzflimmern