Saline Frauenreuth Salzwalzen | Salzbergwerk Berchtesgaden | © Südwestdeutsche Salzwerke AG, Salzbergwerk Berchtesgaden Saline Frauenreuth Salzwalzen | Salzbergwerk Berchtesgaden | © Südwestdeutsche Salzwerke AG, Salzbergwerk Berchtesgaden
18
Mai

Die Salzproduktion ist schon seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil des Berchtesgadener Landes. In diesem Blogbeitrag erzählen wir dir mehr über dieses spannende Thema.

Vor etwa 255 Mio. Jahren entstand durch das Auseinanderdriften der Kontinente Europa und Afrika ein großer Ozean, der sogenannte Tethys. In diesem Ozean wurden in der Triaszeit die meisten Gesteine der Nördlichen Kalkalpen, die die umliegenden Berchtesgadener Alpen bilden, abgelagert. Dann erfolgte eine Umkehr der Kontinentalbewegung und der Ozean begann sich wieder zu schließen. So wurden die am Meeresboden abgelagerten Gesteinsschichten gestapelt und die Nördlichen Kalkalpen sind entstanden.

Berge | Salzbergwerk Berchtesgaden | © Südwestdeutsche Salzwerke AG, Salzbergwerk Berchtesgaden

Der Beginn des Salzabbaus

Man geht davon aus, dass schon während der Glockenbecherkultur (2600 bis 2300 v. Chr.) im nahe gelegenen Bad Reichenhall lokal mit Salz gehandelt wurde. Zur Zeit der Römer wurden die Solequellen in Bad Reichenhall dann genutzt und die gewonnene Sole wurde in tönernen Öfen versotten.

Die ersten urkundlichen Aufzeichnungen der Salzproduktion in Berchtesgaden erschienen im Jahr 1194. Damals wurde in der Saline in Schellenberg, welche von den Augustiner Chorherren errichtet wurde, schon Sole verdampft, um das reine „weiße Gold“ zu produzieren. Der Abbaubereich lag womöglich am Abhang vom Obersalzberg, welcher aus salzführendem Haselgebirge besteht.

594 Jahre Saline Schellenberg

Bald darauf überließ der Erzbischof den Berchtesgadenern den sogenannten Tuval, das sind Höhenzüge oberhalb der heutigen Marktgemeinde Schellenberg, um hier die Salzproduktion zu fördern. Durch offene Holzrinnen wurde, die im Abbaurevier Gollenbach erzeugte Sole zur Saline Schellenberg geleitet und dort verarbeitet.

Saline Schellenberg | Salzbergwerk Berchtesgaden | © Südwestdeutsche Salzwerke AG, Salzbergwerk Berchtesgaden

Nach ganzen 594 Jahren (1805) wurde die Siedesalzproduktion in der Saline Schellenberg schließlich eingestellt und der Bergbau am Tuval fiel dem Salzburger Erzbischof zu.

1517 das Geburtsjahr des Salzbergwerks Berchtesgaden

Mit dem Anschlag des Petersberg-Stollens 1517 eröffnete das heute bekannte und aktive Salzbergwerk Berchtesgaden. Über Jahrzehnte hinweg wurden Stollen gebaut, welche bereits unterschiedliche Höhenlagen aufwiesen und untertägig miteinander verbunden waren. Heute ist in einigen Teilen des aktiven Bergwerks noch erkennbar, welch eine Meisterleistung die Bergmänner dort vollbrachten.

Bergmann Stollen damals | Salzbergwerk Berchtesgaden | © Südwestdeutsche Salzwerke AG, Salzbergwerk Berchtesgaden

Die Saline Frauenreuth

Im Jahre 1555 wurde am heutigen Gelände des Hauptbahnhofes Berchtesgaden eine neue Saline, die Saline Frauenreuth, errichtet. Die im Salzbergwerk Berchtesgaden gewonnene Sole wurde über eine Deichenleitung hierher geleitet und verarbeitet. Ende des 16. Jahrhunderts wurden so schon ca. 2.500 Tonnen Siedesalz gewonnen.

Außenansicht Saline Frauenreuth Berchtesgaden | Salzbergwerk Berchtesgaden | © Südwestdeutsche Salzwerke AG, Salzbergwerk Berchtesgaden

1928 wurde dann auch hier der Betrieb eingestellt und die produzierte Sole fortan in Bad Reichenhall verarbeitet. Hierzu bekommst du alle Infos in der Alten Saline Bad Reichenhall. Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Quelle: Dr. Kellerbauer, Stefan/ Neumayer, Hans (2017): Geschichte des Salzbergbaues in Berchtesgaden. Berchtesgaden, Salzbergwerk Berchtesgaden